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Wo Rost zu Glanz wird
Foto: Marco Stepniak

Wo Rost zu Glanz wird

Lesedauer: ca. 2 Min. | Text: Jennifer von Glahn

In der Werkstatthalle von Ritter Classics liegt der Duft von Öl, Lack und Vergangenheit in der Luft.

Zwischen glänzenden Chromstoßstangen, halbfertigen Karossen und Werkzeuggeklapper schlägt das Herz des Unternehmens, das alten Autos neues Leben einhaucht und Erinnerungen wieder auf die Straße bringt.
„Dein Auto, deine Liebe, unser Job“ – so lautet das Motto von Ritter Classics, und wer hier arbeitet, meint das ernst.

„Wer einmal erlebt hat, wie ein jahrzehntealtes Auto unter den Händen des Teams wieder zu neuem Leben erwacht, versteht das. Wir restaurieren historische Fahrzeuge, vom verrosteten Scheunenfund bis zum halben Wrack“, sagt Projektmanager Elmar Döbber. Das Ziel ist immer dasselbe: Das Auto so herrichten, wie der Kunde es sich wünscht. Ob Oldtimer, Youngtimer oder auch mal ein getunter Glitzerflitzer – in der Werkstatt von Ritter Classics bekommt jedes Fahrzeug die Zuwendung, die es verdient.
Viele der Fahrzeuge stammen aus Erbschaften, manche haben jahrzehntelang stillgestanden. Die Kunden kommen aus allen Ecken der Gesellschaft – vom Käfer-Fan bis zum Politiker mit einer historischen Pagode.
„Manche stecken mehr Geld in die Restaurierung, als das Auto am Ende wert ist“, erzählt Döbber. „Aber das spielt keine Rolle. Es geht um den ideellen Wert: das Auto vom Opa, das, in dem man groß geworden ist, oder der erste eigene Wagen – das sind Erinnerungen auf vier Rädern.“

In der Werkstatt arbeiten 17 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Die Bandbreite der Arbeit ist groß: schleifen, lackieren, satteln, Motoren ausbauen, Karosserien richten. Die Motoren selbst werden meist extern überholt – natürlich, soweit es geht, im Originalzustand. Manchmal gibt es für die Karosserie nirgendwo mehr die passenden Teile.
„Dann fertigen wir die Bleche komplett neu an“, so Döbber. Denn Ritter Classics rettet auch Autos, die andere längst aufgegeben hätten.

„Wer einige unserer Autos nur von außen sieht, denkt oft: Das ist Kernschrott“, sagt er schmunzelnd. „Aber für uns ist das ein Schatz.“ Ein vermeintlich unscheinbarer Wagen könne restauriert wieder viele Zehntausend Euro wert sein.
„Wir sorgen dafür, dass jedes Fahrzeug so perfekt dasteht, als käme es gerade frisch aus der Zeitmaschine“, sagt der Projektmanager lachend.
Auch wenn es den meisten Kunden nicht um den finanziellen Aspekt geht – der emotionale Wert ist fast immer entscheidend. Ritter Classics ist schließlich kein gewöhnlicher Restaurationsbetrieb. Es ist ein Ort, an dem Geschichte bewahrt wird. Hier glänzt nicht nur der Lack – hier glänzen auch Augen, wenn ein alter Motor wieder zum ersten Mal startet.

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