Leuchtende Farben auf rauem Holz, rostige Fahrradketten als glänzende Herzen, Bilder mit industriellem Charme: Die Palettenkunst aus den Recklinghäuser Werkstätten in Waltrop zeigt, wie kreativ Upcycling sein kann.
In der Werkstatt am Standort Zur Pannhütt entstehen kunstvolle Unikate, die aus Materialien gefertigt werden, die anderswo längst im Müll gelandet wären: Einwegpaletten und alte Fahrradteile. Unter den Händen der Beschäftigten verwandeln sie sich in Kunstwerke, die überraschen – mal gemalt, mal plastisch, immer individuell.
Die Idee zum Kunstprojekt entstand aus einer spontanen Idee. Das Team suchte nach einer Möglichkeit, die kreative Arbeit der Beschäftigten sichtbar zu machen. So wurde die Palettenkunst geboren.
„Unsere Beschäftigten bringen sich mit ihren eigenen Vorstellungen ein“, sagt Jeanette Zimmermann, Heilerziehungspflegerin in der Werkstatt Waltrop. „Da entstehen Motive wie ein Vespa-Roller oder eine Sylter Strandlandschaft. Alles Eigenkreationen, die wirklich Eindruck machen.“
Jede Palette wird zunächst zugesägt oder zusammengesetzt, bis das gewünschte Format erreicht ist. Die Spannweite reicht von kleinen Bildern im 20-Zentimeter-Format bis hin zu großformatigen Wandobjekten von mehreren Metern. Die Beschäftigten arbeiten konzentriert und mit viel Hingabe, oft über mehrere Wochen an einem einzigen Stück.
Die Arbeiten entstehen im laufenden Werkstattbetrieb. Zwischen Aufträgen und Alltagsaufgaben bleibt Raum für Kreativität. Und dieser Raum wird genutzt. Mehr als zwanzig Kunstwerke sind bereits entstanden, viele davon zieren mittlerweile Aufenthaltsräume oder wurden von Kolleginnen und Kollegen gekauft. Der Erlös fließt in gemeinnützige Zwecke zurück.
Was zunächst nach rustikaler Bastelei klingt, ist in Wirklichkeit zeitgemäße Kunst mit Haltung.
„Nachhaltigkeit spielt bei uns eine zentrale Rolle, die verwendeten Materialien sind allesamt recycelt“, betont Andreas Claar vom Diakonisches Werk im Kirchenkreis Recklinghausen.
Besonders beliebt sind Kunstwerke aus alten Fahrradketten, die zu Herzen oder abstrakten Formen arrangiert werden.
„Rost darf ruhig sichtbar bleiben“, sagt Claar. „Das gehört zu unserem Stil. Wir zeigen, dass man auch mit einfachen Mitteln etwas Großartiges schaffen kann.“
So wächst aus einem Stapel alter Paletten eine ganze Galerie – nachhaltig, handgemacht und voller Herzblut.
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