Es gibt Läden, in die man geht, weil man etwas braucht. Und es gibt Orte wie Manufactum Brot & Butter, in denen man Lebensmitteln Aufmerksamkeit schenkt.
Das Konzept in Waltrop wirkt auf den ersten Blick fast unspektakulär: Brot, Käse, Wurst, Kaffee, ausgewählte haltbare Waren wie Öle, Salze, Gewürze. Und genau darin liegt der Reiz. Hier geht es nicht um den nächsten Food-Trend und nicht um Produkte, die mehr versprechen, als sie halten können. „Wir sind nicht auf der Suche nach fancy Produkten oder ausgefallenen Delikatessen“, sagt Lex Jansen, Head of Brot & Butter. „Wir wollen ehrliche, gute Lebensmittel anbieten.“
Denn Qualität beginnt hier lange vor dem ersten Bissen. Man kennt die Produzenten, besucht die Höfe und Manufakturen, weiß, wie gearbeitet wird. „Nicht jedes Produkt muss zwingend Bio sein, entscheidend ist vielmehr die Qualität der Herstellung, oft in kleinen familiären Betrieben, deren Arbeitsweise wir kennen“, so Jansen. Das Motto ist eben Transparenz und ein bewusster Gegenentwurf zum schnellen Wegwerf-Konsum.
Am deutlichsten schmeckt man das beim Brot. Es ist das Zentrum dieses Konzepts, das, was Brot & Butter bekannt gemacht hat. Rund 30 Sorten entstehen täglich frisch, jede Rezeptur mit eigenem Charakter. Das Beliebteste ist das Sauerteigbrot. Ein rustikales Roggenbrot aus Mehl, Wasser und Salz. „Mehr ist es nicht, denn der Teig reift langsam. Aromen brauchen Zeit“, sagt Brotsommelier Daniel Milz. „Zeit macht lecker“, ergänzt er schmunzelnd.
Pur heißt genießen
Ebenso beliebt ist das Dinkelvollkornbrot. „Das ist besonders saftig, weil das Mehl vorher aufgekocht wird, mit einem kleinen Schuss Apfelsaft“, erklärt der Sommelier. Oder das Weizen-Walnussbrot, in dem karamellisierte, honiggetränkte Nüsse fast ein Fünftel des Teigs ausmachen. „Dazu ein milder Ziegenkäse, mehr braucht es nicht“, schwärmt Milz.
Dass hier nichts beliebig ist, zeigt auch die Frischetheke mit über 50 Käsesorten und 30 bis 40 Wurstwaren. Viele stammen von Produzenten mit einer Geschichte dahinter. Brot & Butter ist damit mehr als ein Laden, es ist ein Ort, an dem Genuss wieder mit Aufmerksamkeit beginnt.