Zum Inhalt springen
Semester im Schnee
Foto: privat

Semester im Schnee

Lesedauer: ca. 1 Min. | Text: Jennifer von Glahn

Wie die 22-jährige Studentin Jette Henkel aus Waltrop in Norwegen ein neues Lebensgefühl entdeckt.

Jette Henkel steht im Waschraum ihres Studentenwohnheims in Trondheim und holt ihre Wäsche aus dem Trockner. Draußen herrschen Minusgrade. „Im Januar war unter minus fünf die Höchsttemperatur“, sagt sie. Für die 22-Jährige ist die Kälte längst Alltag geworden. Jette studiert für sonderpädagogische Förderung in Dortmund. Für ein Auslandssemester hat sie ihr gewohntes Umfeld in Waltrop verlassen und ist rund 1.500 Kilometer nach Norwegen gezogen. Die Entscheidung entstand aus einem Gefühl heraus: „Ich bin in meinen Zwanzigern und habe jetzt die Möglichkeit dazu.“

Die Küstenstadt ist geprägt von Studierenden. „Hier ist jeder Fünfte ein Student“, sagt sie. Englisch wird überall gesprochen, Kontakte entstehen schnell. Statt allein zu wohnen, lebt sie in einer großen Wohngemeinschaft mit insgesamt 15 Zimmern. Das Leben spielt sich vor allem in der Gemeinschaftsküche und den Aufenthaltsräumen ab. „Man guckt Serien zusammen, man ist nie alleine“, erzählt sie. Ihr eigenes Zimmer ist klein, aber das stört sie nicht. Lernen findet meist auf dem Campus statt, der über die ganze Stadt verteilt ist und rund um die Uhr zugängliche Lernräume bietet. Vieles funktioniert digital, selbst Türen, Waschmaschinen und Kurspläne werden per App gesteuert. „Hier fehlt es an nichts“, sagt sie.

Der Alltag ist gut organisiert, Busse bringen sie überall hin, ihr Wohnviertel ist komplett auf Studierende ausgerichtet. In einem kostenlosen „Restore“-Laden findet sie Möbel für ihr Zimmer, ein weiteres Zeichen dafür, wie sehr das Leben hier auf junge Menschen zugeschnitten ist. Auch das Studium selbst ist flexibler als in Deutschland. Der Stundenplan ist weniger dicht, Prüfungen finden teilweise mündlich und auf Englisch statt. Am meisten verändert hat sie jedoch das Lebensgefühl. „Die Stadt ist jung, lebendig und offen“, sagt sie. Vieles ist anders, auch die Freizeit. „Viele gehen feiern, ohne zu trinken“, erzählt sie. Ihr Auslandssemester endet am 31. Juli. Dann kehrt sie nach Deutschland zurück. Doch was bleibt, ist mehr als nur ein Semester im Ausland. „Ich habe hier ein ganz neues Lebensgefühl kennengelernt“.

Artikel teilen:

Mehr aus Ihrem Vest: