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Kulinarische Verantwortung
Foto: Marco Stepniak

Kulinarische Verantwortung

Lesedauer: ca. 1 Min. | Text: Jennifer von Glahn

Im Speisesaal der Werkstatt Waltrop des Diakonischen Werks im Kirchenkreis Recklinghausen liegt schon am Vormittag ein Duft von warmem Essen in der Luft. Es ist ein Ort, an dem nicht nur gekocht und ausgegeben wird, sondern an dem gelernt wird.

Rund 120 bis 130 Tischgäste werden hier täglich versorgt. „Das verlangt eine gute Organisation und ein eingespieltes Team“, sagt Sonja Dittrich, Fachkraft für Arbeit und Berufsförderung sowie Gruppenleitung im Bereich Hauswirtschaft. In der Küche und im Speisesaal greifen viele Handgriffe ineinander. Dazu gehören Vorbereiten, Erwärmen, Anrichten, Servieren. Grundlage ist dabei das sogenannte Cook-and-Chill-Verfahren. Gelieferte Speisen werden sachgerecht erhitzt und in Konvektomaten auf Temperatur gebracht. „Hauswirtschaft ist eine Dienstleistung“, sagt Sonja Dittrich. „Man muss kundenorientiert arbeiten und Hygienevorschriften genau einhalten.“ Für die Beschäftigten bedeutet das, sich in einem realen Arbeitsumfeld zu bewegen, mit klaren Abläufen, Verantwortung und echten Anforderungen.

Erfahrungen sammeln

Die Aufgaben im Bistro sind vielfältig gestaltet. Neben der Küche gehören auch die Spülküche, die Essensvorbereitung und die Ausgabe dazu. Die Beschäftigten sollen in verschiedenen Bereichen Erfahrungen sammeln, die ihnen Perspektiven eröffnen und dadurch langfristig die Möglichkeit erhalten, Praktika auf dem ersten Arbeitsmarkt zu absolvieren und dort Fuß zu fassen.

Küche
vlnr.:
Anna Funke,
Naim Ari,
Sonja Dittrich, Gruppenleitung Hauswirtschaft,

Auch die Speiseplanung spiegelt Vielfalt und Sensibilität wider. Es wird darauf geachtet, unterschiedliche Ernährungsbedürfnisse zu berücksichtigen. „Vegetarische Gerichte, Geflügel, Salate und auch Halal-Speisen gehören selbstverständlich dazu“, so Dittrich. Im Hintergrund laufen viele kleine Handgriffe gleichzeitig. Für die Beschäftigte Kira Yücel genau das Richtige. „Mir macht das Spaß, weil ich vorher in der Montagegruppe war und da nicht so schnell war. Hier habe ich gelernt, schneller zu arbeiten“, erzählt sie. Heute gehört sie zum Team in der Hauswirtschaft, gibt Essen aus, hilft in der Küche, springt ein, wenn jemand fehlt. „Wenn viele Leute da sind, kann es stressig werden. Aber man muss ruhig bleiben.“ Jeder Handgriff muss sitzen, jede Aufgabe ist wichtig.

„So zeigt sich in der Werkstatt Waltrop, dass Kulinarik in sozialen Einrichtungen weit mehr ist als eine reine Speisenversorgung. Sie verbindet Menschen, schafft Teilhabe und eröffnet berufliche Perspektiven“, sagt Sonja Dittrich.

Info
Recklinghäuser Werkstätten gGmbH | Werkstatt Waltrop

Zur Pannhütt 53
45731 Waltrop

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