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Die Sage um die Schwarze Kuhle
Foto: Volker Beushausen

Die Sage um die Schwarze Kuhle

Lesedauer: ca. 1 Min. | Text: Dr. Ramona Vauseweh

Was hinter der Sage vom versunkenen Schloss bei Henrichenburg stecken könnte.

Im Internet kursieren verschiedene Varianten der Sage um die Schwarze Kuhle. „Zum ersten Mal schriftlich überliefert wurde die Geschichte etwa 100 Jahre nach ihrem angeblichen Geschehen“, hat Geschichtskenner Ulrich Müter herausgefunden. „Sie steht in einer Chronik aus dem frühen 16. Jahrhundert.“

Nordöstlich des heutigen Schiffshebewerks Henrichenburg soll es einst ein Schloss gegeben haben. Der Schlossherr zwang seine Leute sogar am Laurentiustag zur Arbeit auf den Feldern. „Sie aber wollten zum Gottesdienst und zum Laurentiusfest nach Leveringhausen“, fasst der 87-Jährige zusammen.

In seiner Wut habe ein Knecht seinen Herrn verwünscht: „Ein Unwetter kam auf, und als die Ernte eingeholt war, versanken die Schlossgebäude in der Tiefe.“

Solche Erzählungen haben oft einen wahren Kern, da ist sich Ulrich Müter sicher. „Das Schloss wird wohl eher ein Rittersitz gewesen sein.“ Für Feiertagsarbeit habe der Gutsherr Erlaubnis beim Ortsgeistlichen einholen müssen. Die Ernte war damals wahrscheinlich überfällig und in Gefahr.

„Damals hatte die Kleine Eiszeit begonnen – eine Periode mit kühler Witterung und vielen Regentagen.“ Dazu stand das Gut in einer wasserreichen Gegend. „Die unteren Geschosse wurden wohl im Laufe der Jahre unterspült“, sagt Ulrich Müter, „die Besitzer haben das Anwesen aufgeben müssen.“

Die übrig gebliebenen Gebäude seien vermutlich abgetragen und das Material weiterverwendet worden. Was blieb, war ein Lost Place, dem man unheimliche Geschichten zuschrieb.

Das Fazit des Heimatforschers: „In dieser Sage verdichtet sich der Untergang des Hofes auf ein einzelnes Ereignis und wird mit dem Übernatürlichen in Verbindung gebracht.“

Sie zeige aber auch, welch lange Tradition das Laurentiusfest im benachbarten Leveringhausen hat. Es wurde auch in diesem Jahr am 10. August gefeiert.

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